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Abnehmen im Fakten­check: Bewe­gung neu gedacht

Bewe­gung ist nach wie vor Teil jeder Abnehm­stra­tegie. Gleich­zeitig wächst das Verständnis dafür, dass ihr größter Nutzen oft nicht auf der Waage sichtbar wird, sondern in der meta­bo­li­schen und körper­li­chen Anpassung.

Der Blick geht weg vom einzelnen Workout …

… hin zum gesamten Aktivitätsniveau.

Morgens 40 Minuten joggen, danach stolz ins Büro – und dann acht Stunden Sitz­ma­ra­thon. Viele werten das als Erfolg, obwohl der Schritt­zähler abends trotzdem weniger Bewe­gung zeigt als an einem Tag mit vielen kleinen Wegen, Treppen und „nur“ einem Spaziergang.

 

Alltags­be­we­gung, kurze Wege zu Fuß oder weniger Sitz­zeit tragen oft mehr zur Gesamt­bi­lanz bei als einzelne inten­sive Einheiten. Doch Bewe­gung verän­dert nicht nur die tägliche Akti­vität – sondern auch, wie der Körper auf Trai­ning reagiert.

Kraft­trai­ning verän­dert den Körper – auch ohne Gewichtsverlust.

Fett­masse kann sinken, Muskel­masse steigen.

Dwayne Johnson brachte in seinen Action­rollen um die 120 Kilo auf die Waage – ihr Nachbar mit Bürojob würde bei glei­chem Gewicht wahr­schein­lich ein bedeu­tend anderes Körper- und Fitness­bild vermitteln.

Das Gewicht bleibt stabil, während sich Funk­tion, Haltung und meta­bo­li­sche Para­meter verbes­sern. Fort­schritt zeigt sich damit nicht nur auf der Waage.

 

Wenn nicht nur das Wie viel, sondern auch das Wie entschei­dend ist, rückt die Trai­nings­in­ten­sität auto­ma­tisch in den Fokus.

Mehr Inten­sität ist nicht auto­ma­tisch besser.

Aktu­elle Diskus­sionen betonen Nach­hal­tig­keit statt Extremprogramme.

Ein Trai­ning kann sich groß­artig anfühlen – bis am nächsten Tag der Muskel­kater einzieht und plötz­lich jede Treppe gemieden wird. Wenn dann lieber der Partner zum Müll raus­bringen geschickt wird, war das Workout viel­leicht härter als lang­fristig sinnvoll.

Routinen, die sich dauer­haft in den Alltag inte­grieren lassen, sind lang­fristig wirk­samer als kurz­fris­tige Hochphasen.

Früher fragte man: Wie hart war das Training?

Heute eher: Wie aktiv war der Tag insgesamt?

Hunde­be­sitzer errei­chen Bewe­gungs­emp­feh­lungen übri­gens deut­lich häufiger als Menschen ohne Hund. An grauen Tagen gehen sie trotzdem los. Nicht weil sie moti­vierter sind – sondern weil der Alltag es verlangt.

Also – welche Ideen haben Sie?

Zablan K, Melvin G, Hayley A. Dog owner­ship, physical acti­vity, loneli­ness and mental health: a compa­rison of older adult and younger adult compa­nion animal owners. BMC Psychol. 2024 Nov 1;12(1):618.

Dorling JL, Apolzan JW, Johannsen NM, Thomas DM, Höchs­mann C, Hsia DS, Martin CK. Exer­cise-induced Changes in Central Adipo­sity During an RCT: Effect of Exer­cise Dose and Asso­cia­tions With Compen­sa­tion. J Clin Endo­crinol Metab. 2024 Feb 20;109(3):e997-e10