Cranberrysaft ist einer der Klassiker bei Blasenentzündungen – und gehört zu den Hausmitteln, die relativ gut untersucht sind. Der entscheidende Punkt dabei wird aber oft übersehen: Cranberry wirkt vor allem vorbeugend.
Prävention statt Therapie
In Studien zeigt sich der Effekt vor allem bei Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen. Die Zahl neuer Infektionen kann durch regelmäßigen Konsum sinken. Einem Cochrane-Review zufolge ist das Risiko bei Frauen für erneute Infektionen um etwa 25–30 % reduziert, bei Kindern scheint die Wirkung etwas stärker zu sein. Manche Gruppen wie Schwangere und Pflegeheimbewohner konnten nicht profitieren.
Bei der akuten Blasenentzündung zeigt sich kaum ein positiver Effekt. Ist die Infektion einmal etabliert, kommt der Mechanismus schlicht zu spät – die Bakterien haben sich bereits an die Schleimhaut angeheftet und vermehren sich.
Was hinter der Wirkung steckt
Schon mehr Trinken allein kann Studien zufolge die Zahl an erneuten Blasenentzündungen stark reduzieren. Beim Effekt von Cranberry geht es aber nicht um „Durchspülen“, sondern um die in der Pflanze enthaltenen Wirkstoffe: Proanthocyanidine (PAC), die es Bakterien erschweren, sich an die Blasenschleimhaut anzuheften. Gerade E. coli, der häufigste Erreger von Harnwegsinfektionen, ist auf diese Haftung angewiesen. Ohne sie wird es für die Bakterien deutlich schwieriger, sich im Harntrakt festzusetzen.
Saft, Kapseln oder Extrakt – und wieviel überhaupt?
Und wie und in welcher Menge nimmt man Cranberry am sinnvollsten ein? Eine einheitliche Dosierungsempfehlung gibt es nicht. In Studien werden häufig etwa 36 mg Proanthocyanidine pro Tag eingesetzt. Wie viel Saft dafür nötig ist, lässt sich nicht pauschal angeben, da der Gehalt an Proanthocyanidinen je nach Produkt deutlich variiert. Bei Nahrungsergänzungsmitteln sollte man auf die Angaben zum PAC-Gehalt achten.
