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Natür­lich wirksam? Nasen­spü­lung mit Kochsalz

Nasen­spü­lungen wirken unspek­ta­kulär – sie sind aber sehr effektiv. Auch Reviews zeigen ziem­lich klar, dass regel­mä­ßige Koch­salz­spü­lungen bei chro­ni­scher Rhino­si­nu­s­itis die Symptom­last spürbar senken können. In Studien liegen die Verbes­se­rungen der Beschwer­des­cores oft im Bereich von etwa 20–30 %, begleitet von messbar besserer Lebens­qua­lität und weniger Sekretstau. Kein Game­ch­anger über Nacht, aber eine Maßnahme mit solidem Effekt.

Was bei der Anwen­dung den Unter­schied macht

Damit das Ganze auch wirkt, kommt es auf die Umset­zung an. Ist die Nase verstopft, ist vor Anwen­dung der Nasen­spü­lung ein abschwel­lendes Nasen­spray oder Nasen­tropfen sinn­voll. Verwenden Sie für die Spülung etwa 150–250 ml isoto­ni­sche Koch­salz­lö­sung pro Nasen­seite. Am unkom­pli­zier­testen sind vorpor­tio­nierte Nasen­spül­salze aus Apotheke oder Drogerie; hier bekommt man auch passende Nasen­du­schen oder Spül­fla­schen. Alter­nativ lässt sich die Lösung selbst ansetzen (ca. 9 g Salz auf 1 Liter Wasser). Wichtig ist das Wasser: idea­ler­weise steril oder abge­kocht und anschlie­ßend hand­warm. Kopf leicht nach vorne über das Wasch­be­cken senken, Mund offen lassen, ruhig weiter­atmen, damit das Nasen­se­kret gut abfließen kann.  Kräf­tiges Schnäuzen ist kontra­pro­duktiv, weil es die Schleim­haut belastet und Flüs­sig­keit in die Neben­höhlen oder ins Mittelohr drücken kann. Deshalb besser sanft schnäuzen, ein Nasen­loch nach dem anderen.

Unspek­ta­kulär, aber wirksam

Die ganze Prozedur ist nicht beson­ders elegant, aber effektiv. Nasen­spü­lungen können übri­gens beliebig oft ange­wendet werden. In der Regel werden die Symptome nach wenigen Tagen deut­lich besser. Nasen­sprays mit Meer­salz ersetzen die Spülung nicht, weil ihnen schlicht das nötige Volumen fehlt.

Auch die Hygiene entscheidet über den Nutzen: Lösung frisch zube­reiten, Spül­hilfe regel­mäßig reinigen und gut trocknen lassen. Richtig ange­wendet ist die Nasen­spü­lung eine einfache, kosten­güns­tige Ergän­zung der sympto­ma­ti­schen Therapie – und ein gutes Beispiel dafür, wie ein scheinbar unspek­ta­ku­läres Haus­mittel bei genauerem Hinsehen erstaun­lich evidenznah ist.

Peco­raro L, Di Muri E, Lezzi G, Picciolo S, De Musso M, Piazza M, Bosoni M, Indrio F. Nasal Irri­ga­tions: A 360-Degree View in Clinical Prac­tice. Medi­cina (Kaunas). 2025 Aug 1;61(8):1402.

Übri­gens: Der Text gehört zu unserer Serie „Natür­lich wirksam?“. Darin nehmen wir Haus­mittel & Co. unter die Lupe – mit Fokus auf das, was physio­lo­gisch Sinn ergibt und wissen­schaft­lich zumin­dest ein biss­chen Rücken­wind hat.