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Natür­lich wirksam? Haus­mittel gegen Sonnenbrand

Die Urlaubs­sonne war stärker als gedacht, die Haut ist gerötet, heiß und berüh­rungs­emp­find­lich. Was umgangs­sprach­lich als Sonnen­brand bezeichnet wird, ist eine akute, durch UV-Strah­lung ausge­löste Entzün­dungs­re­ak­tion der Haut. Diese erreicht ihr Maximum häufig erst mehrere Stunden nach der Expo­si­tion. Leider lässt sich der entstan­dene Zell- und DNA-Schaden nicht rück­gängig machen – aber manche Haus­mittel können ein wenig Erleich­te­rung bringen.

Kühlen mit Augenmaß 

Kühle, feuchte Umschläge mit einem Baum­woll­tuch oder eine lauwarme Dusche helfen, Brennen und Schmerzen zu lindern. Doch Vorsicht: kein Eis oder Kühl­akkus direkt auf die Haut bringen, das kann zu Kälte­schäden führen. Außerdem viel trinken, denn der Sonnen­brand entzieht dem Körper viel Flüssigkeit.

Aloe vera: plau­sibel, aber wenig Daten

Aloe-vera-Gel gilt als Klas­siker bei Sonnen­brand. Die wissen­schaft­liche Grund­lage ist aller­dings schmal: Ein Review von 2023 fand zwar Hinweise auf eine beschleu­nigte Reepi­the­lia­li­sie­rung bei ther­mi­schen Verbren­nungen, belast­bare klini­sche Daten zum Sonnen­brand fehlen jedoch weitgehend.

Ein gekühltes, parfum- und alko­hol­freies Gel kann bei intakter Haut trotzdem ange­nehm sein und die gereizte Haut beru­higen. Bei Verwen­dung von frischem Gel direkt aus dem Blatt darauf achten, den gelb­li­chen Pflan­zen­saft (Aloin) unter der Schale möglichst zu entfernen, da dieser die Haut reizen kann.

Von diesen Haus­mit­teln besser die Finger lassen

  • Zitro­nen­saft: Kann bei anschlie­ßender Sonnen­ein­strah­lung eine photo­to­xi­sche Reak­tion mit Blasen­bil­dung auslösen.
  • Speise- oder Kokosöl: Kühlt nicht, hat keinen belegten Nutzen und hinter­lässt einen schwer entfern­baren Fett­film. Unmit­telbar nach dem Sonnen­brand können fett­hal­tige Produkte die Wärme zudem eher in der Haut halten.
  • Quark oder Joghurt: Der kühlende Effekt kommt haupt­säch­lich von der Tempe­ratur, nicht vom Quark oder Joghurt selbst. Außerdem ist beides auf geschä­digter Haut hygie­nisch problematisch.

Und wenn es richtig schlimm ist?

Bei ausge­prägten Schmerzen können nicht­ste­ro­idale Anti­rheu­ma­tika sinn­voll sein, sofern keine Kontra­in­di­ka­tionen bestehen. Blasen sollten steril abge­deckt und nicht eröffnet werden. Bei Fieber, Kreis­lauf­be­schwerden, ausge­dehnter Blasen­bil­dung oder groß­flä­chigen Verbren­nungen führt kein Weg an der Arzt­praxis vorbei.

 

Skow­rońska W, Bazylko A. The Poten­tial of Medi­cinal Plants and Natural Products in the Treat­ment of Burns and Sunburn‑A Review. Phar­maceu­tics. 2023;15(2):633.