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Von A bis E: Was sagt der Nutri-Score wirklich aus?

Ein grünes A auf der Verpackung, daneben ein ähnliches Produkt mit einem gelben C. Welches landet im Einkaufswagen? Der Nutri-Score soll genau solche Entscheidungen erleichtern. Fünf Buchstaben und eine Farbskala von Grün bis Rot dienen dabei als Orientierungshilfe. Doch wie aussagekräftig ist diese Bewertung tatsächlich? Und was steckt hinter den Buchstaben? Denn so einfach das System auf den ersten Blick erscheint, so komplex ist die Berechnung im Hintergrund.

Der Nutri-Score wurde in Frankreich entwickelt und dort 2017 eingeführt. Deutschland folgte im Jahr 2020. Seitdem können Hersteller das Label freiwillig auf die Vorderseite verpackter Lebensmittel drucken, vorgeschrieben ist es nicht.

Der Nutri-Score wird regelmäßig wissenschaftlich überprüft und weiterentwickelt. Mit der 2023 abgeschlossenen Überarbeitung des Berechnungsalgorithmus sollten die Bewertungen stärker an aktuelle Ernährungsempfehlungen angepasst werden.

Mehr als 400.000 Produkte im Check

Wie gut das funktioniert, haben Wissenschaftler nun anhand von 408.399 Produkten aus 14 europäischen Ländern untersucht. Berücksichtigt wurden unter anderem Energiegehalt, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz, aber auch Protein, Ballaststoffe sowie die Anteile von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten.

Die Ergebnisse sprechen insgesamt für den überarbeiteten Algorithmus: Die Einstufungen waren über die verschiedenen Länder hinweg weitgehend konsistent. Tiefgekühltes Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchte landeten überwiegend bei A oder B, Schokolade und süßes Gebäck meist bei D oder E.

Ausreißer gibt es trotzdem

Ganz ohne Ausreißer kommt aber auch der überarbeitete Nutri-Score nicht aus. Bei Vollkornpasta oder Reis sehen die Forschenden zum Beispiel noch Nachbesserungsbedarf. Süßstoffhaltige Getränke schneiden im neuen Algorithmus schlechter ab: Sie erhalten zusätzliche Minuspunkte und können dadurch etwa von B auf C rutschen.

Insgesamt schneidet der überarbeitete Nutri-Score damit besser ab als sein Vorgänger. Einzelne Schwächen bleiben allerdings bestehen.

Doch wie sieht es im Einkaufsalltag aus? Verstehen Verbraucher wirklich, was hinter den Buchstaben steckt? Beeinflusst der Nutri-Score ihre Kaufentscheidungen? Und wo stößt das System an seine Grenzen?

Darum geht es in den nächsten Beiträgen.

 

Julia C et al. Does the Nutri-Score 2023 algorithm provide consistent classification across European food supplies? A cross-sectional study using branded food composition data from 14 countries. BMJ Public Health 2026;4(3).