Die Wasserflasche liegt seit gestern im Auto. Morgens war es noch ziemlich frisch, inzwischen scheint die Sonne auf den Wagen. Durstig ist man trotzdem. Also: aufdrehen und trinken – oder besser eine neue Flasche besorgen?
Forschende der University of Nebraska haben untersucht, wie sich typische Alltagsbedingungen auf Wasser in Einwegflaschen aus Polyethylenterephthalat (PET) auswirken. Dafür testeten sie acht verbreitete US-Marken und setzten die Flaschen unter anderem hohen Temperaturen, Bewegung und wiederholten Temperaturwechseln aus.¹
Wenn Hitze auf Bewegung trifft
Kommen Hitze und Bewegung zusammen, ist der Effekt am stärksten. Beim Schütteln bei einer Temperatur von 60 °C stieg die Konzentration von Nanoplastikpartikeln im Wasser auf mehr als das Neunfache des Ausgangswerts. Auch die Menge an Mikroplastikpartikeln nahm zu. Doch nicht nur Hitze hat Einfluss – generell führten wiederholte Temperaturwechsel über einen Zeitraum von 15 Tagen zu einer erhöhten Freisetzung von Nanoplastik.
Dabei stammten die Kunststoffpartikel offenbar nicht nur aus dem PET der Flasche selbst. Die Forschenden fanden auch Hinweise auf andere Kunststoffe, die etwa aus dem Verschluss stammen können.
Lieber dursten als trinken?
Heißt das nun, man sollte Wasser aus einer PET-Flasche, die längere Zeit im Auto lag, grundsätzlich besser sofort wegschütten? Ganz so eindeutig ist die Sache nicht. Mikro- und Nanoplastik lassen sich inzwischen in vielen Lebensmitteln und auch im menschlichen Körper nachweisen. Noch ist aber nicht ausreichend geklärt, ab welchen Mengen daraus tatsächlich ein gesundheitliches Risiko entsteht.
Der Tipp ist trotzdem: Einweg-PET-Flaschen möglichst kühl und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt lagern. Das Auto ist dafür kein besonders guter Ort – weder an heißen Sommertagen noch über längere Zeit bei wechselnden Temperaturen. Wer dort einmal eine Flasche vergessen hat, muss sie deshalb nicht automatisch in den Müll werfen. Die dauerhaft im Wagen deponierte Wasserreserve sollte man sich aber vielleicht noch einmal überlegen.
